Jakob Grimm – Märchen als Spiegel der Volksseele

Am 04. Januar 1785 erblickte Jakob Ludwig Karl Grimm im beschaulichen Städtchen Hanau im heutigen Hessen das Licht der Welt. Als ,,Gebrüder Grimm“ erlangte Jakob mit seinem jüngeren Bruder Wilhelm Carl (geb. 24. Februar 1786) weltweite Bekanntheit, sei es als begeisterte Sammler deutscher Sagen und Märchen, oder als Sprachwissenschaftler und Erfinder der deutschen Germanistik.

Entgegen heutiger Fehlinterpretationen waren beide Brüder stolze Vaterlandsliebhaber, wodurch sie sich vor allem für die deutsche Sprache interessierten und diese weiterentwickelten. Gerade in Zeiten der nationalen Schmach und Erniedrigung im Jahre 1806, als Kaiser Franz II. die Reichskrone niederlegte und somit das Heilige Römische Reich Deutscher Nation handlungsunfähig werden ließ, wendeten die Gebrüder sich der geschichtlichen Entwicklung der deutschen Literatur in Dichtung, Sagen und Urkunden zu. Dadurch schufen sie nicht nur ein neues Wissenschaftsgebiet, sondern gaben den deutschen Kleinstaaten auch ein Identifikationsmerkmal, die deutsche Sprache, um an ihre Zusammengehörigkeit zu appellieren. Die Arbeit der Gebrüder Grimm kann also nicht zu Unrecht als Grundstein eines einigen Deutschlands betrachtet werden.

Unsterblich werden ließ die Gebrüder jedoch, vor allem außerhalb ihres hessischen Aktionsgebietes, ihre berühmte Sammlung deutscher Märchen und Sagen aus dem Jahre 1812 mit dem Namen ,,Grimm´s Kinder- und Hausmärchen – Band I“. In diesem Werk waren zahlreiche mündliche Überlieferungen vor allem aus dem hessischen Raum zusammengestellt und an die neuzeitlichen Spracherkenntnisse angepasst. Bis 1815, als der zweite Band ihrer Kinder- und Hausmärchen erschien, widmete sich besonders Jakob der germanischen Mythologie.  So versuchten sich beide Gebrüder an der Übersetzung  der altnordischen ,,Edda“, Jakob veröffentlichte zudem 1815 sein Werk ,,Irminstraße und Irminsäule“, indem er versuchte Götterbilder und –säulen zu deuten.

Aus Band zwei und drei der Hausmärchen wurden heute teilweise aus politischer Korrektheit Märchen entfernt. Darunter fällt u.a. das Märchen ,,Der Jude im Dorn“, oder die Sagen ,,Judenstein“ und ,,Die Weiber zu Weinsperg“. Wurden das Märchen sowie die erste Sagengeschichte im Laufe der Neuzeit aufgrund antisemitischer Verdächtigungen entfernt, so zensierte man letztere Sage bereits kurz nach Erscheinung aufgrund erotischer Anspielungen.

Durch die intensive Verarbeitung tausender Märchen, Sagen und Dichtungen aus dem germanischen Raum stellten die Gebrüder Grimm die ,,indogermanische Hypothese“ auf, auf die man sich bis heute beruft. Diese Hypothese beruht auf der Erkenntnis der Verwandtschaft  aller indoeuropäischen Sprachen und des Lautwechsels bei Vokabeln und Konsonanten.

Durch diese Schöpfungen genossen beide Brüder bereits mit kaum 30 Jahren hohes Ansehen in der Gesellschaft. Während beide als Bibliothekare in Kassel angestellt waren, schloss Jakob Grimm sein Hauptwerk ,,Deutsche Grammatik“ (1819) ab. In dieser Veröffentlichung ging Jakob abermals auf die Entwicklungen aller germanischen Sprachen und ihre Zusammenhänge ein.

Während dieser Jahre, als auch die Befreiungskriege gegen Napoleon tobten, unterstrich vor allem Jakob immer wieder seine Vaterlandsliebe durch verschiedene Aussagen. So u.a. durch den Leitsatz ,,Sprachwissenschaft ist Vaterlandsdienst“. In seinem Werk ,,Geschichte der deutschen Sprache“ bekannte er sich zudem zum ,,größeren Deutschland“. In einem Brief an seinen Freund den deutschen Schriftsteller Achim von Arnim heißt es außerdem in Bezug auf den andauernden Krieg: ,,Um einen guten Frieden zu haben, müssen wie Napoleon alles, was deutsche Zunge hat, aus den Klauen nehmen.“

Andere Zitate belegen ebenso Grimms nationale Haltung, und vor allem antiliberale Grundeinstellung. Im Jahre 1832 verteidigte er eben jene, die er als Grundhaltung der Deutschen insgesamt sah, da dieser antiliberale metaphysische Sinn der Deutschen, die Deutschen vor ,,der rohen Durchführung halber Wahrheiten“ bewahre. 1850 erklärte Jakob Grimm zudem: ,,Nur den Demokraten und nur den Ultramontanen vergeht alles Nationalgefühl, weil ihnen an nichts liegt als daran, jeden, wo er auch wohne, zu gewinnen, sonst kennen sie keine Heimat.“

Aufgrund seiner politischen Gesinnung und seinen Schöpfungen für die Sprachwissenschaften wurde Jakob 1848 in die Frankfurter Nationalversammlung berufen. Dies überraschte umso mehr, da Jakob und Wilhelm 1837 zu den ,,Göttinger Sieben“ gehörten. So bezeichnete man sieben Professoren aus Göttingen, die sich gegen den Kaiser stellten als jener die Verfassung im Königreich Hannover aufhob. Beide Brüder wurden des Landes verwiesen, ihre Berühm- und Beliebtheit war allerdings stärker als die des Kaisers.

BRD-Politiker haben heute zu Recht Angst vor den klaren völkischen Aussagen und den positiven Wertevorstellungen der Märchen, die als Spiegel der Volksseele betrachtet werden können. Anders sieht es auf internationaler Ebene auf, so wurde as Kinder- und Hausmärchen in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.

Wir können jedem nur ans Herz legen die deutschen Märchen und Sagen zu gebrauchen und an die eigenen Kinder weiterzugeben. Waren sie bereits einst in der tiefsten nationalen Zerrissenheit ein Identifikationsmerkmal das Zusammenhalt und Stärke gab, so brauchen wir dies heute mehr denn je. Deutschland leben, heißt nicht nur den Kulturerhalt zu fordern, sondern ihn selbstständig zu leben.

Quellen:
Taschenkalender des Nationalen Widerstandes 2010
,,Zuerst!“ – Das deutsche Nachrichtenmagazin (Ausgabe 01.01.2010)